Um nachzuvollziehen, wie Hören und Verstehen miteinander verbunden sind,
begeben wir uns gedanklich »auf den Weg durch den Gehörgang«.
Die Ohren übernehmen die Funktion von Sensoren oder Signalaufnehmern.
Dabei fangen die Ohrmuscheln den Schall auf und die »Verarbeitungsstationen«
des Mittel- und Innenohres wandeln ihn in eine Signalform um, die das Gehirn verarbeiten kann.
Die dadurch aktivierten Gehirnbereiche verknüpfen die Signale akustischer Frequenzen mit den entsprechenden Bedeutungen.
Hören – wie funktioniert das eigentlich?
Schall versetzt die Luft in Schwingung. Das äussere Ohr (1) sammelt die Schallwellen und transportiert sie durch den Gehörgang (2) zum Trommelfell (3). Dieses nimmt die Schwingung auf und überträgt sie ins Mittelohr mit den kleinsten Knöchelchen des menschlichen Körpers: Hammer, Amboss und Steigbügel (4). Während der nun folgenden Übertragung der Vibrationen auf die Flüssigkeit des Innenohrs wandelt das Mittelohr die Luftschwingungen in Flüssigkeitsbewegungen um.
Im Innenohr (5), der so genannten Hörschnecke, versetzt die Flüssigkeit die Basilarmembran in Schwingung. In ihr sitzt das eigentliche Hörorgan, auch Cortisches Organ genannt. In dessen ca. 20.000 Hörzellen entstehen nun elektrische Impulse, die über die Hörnerven (6) an den Hirnstamm (7) weitergegeben werden. Hier erfolgt die Zuordnung zu den entsprechenden »Verarbeitungszentren« des Gehirns (8).
Verstehen – ein intelligenter Prozess
Das Verstehen von Kommunikationssignalen ist ein intelligenter Prozess und setzt »Erfahrung« voraus. D.h., das Gehirn muss den Sinn eines Wortes oder einer Geste logisch mit der Erinnerung an den Gegenstand, den es beschreibt, verknüpfen. Das erfolgt über die so genannten Synapsen oder neuronalen Verbindungen.
Dabei handelt es sich um eine Art komplexes Datennetzwerk, in das alle Verarbeitungszentren des Gehirns eingebunden sind.
Verstehen bedeutet also: Worte mit Erinnerungen zu verbinden – zum Beispiel an Personen, Gegenstände, Ereignisse. Dabei aktiviert das Gehirn die neuronalen Verbindungen zwischen allen relevanten Arealen.
Grundsätzlich hat es keinen Einfluss auf die Ablauf-Strukturen im Gehirn, ob die Kommunikation lautsprachlich oder über Gesten erfolgt.